Was ist Meditation? – Theorie und 12 Tipps für deine regelmäßige Praxis

Immer mehr Menschen wollen meditieren lernen. Und das aus guten Gründen!

Doch was ist Meditation eigentlich?

In diesem Artikel erläutere ich dies und beschreibe danach 12 Punkte, die dir bei deinen Meditationen helfen werden.

Meditation ist geistiges Training, um mehr Autonomie über unsere Gedanken zu bekommen.

Wir trainieren unseren Körper und unseren Intellekt auf verschiedene Weisen, sind aber unserem konstanten Gedankenstrom hilflos ausgeliefert. Man kann lernen Kontrolle über den inneren Dialog zu bekommen und so individuell entscheiden, ob man Gedanken folgen möchte oder nicht. Gewohnte Gedankenprozesse bewusst unterbrechen, Ruhe im Geist genießen und die Erfahrung reinen Bewusstsein hinter den Gedanken – dies kennzeichnet den Zustand der Meditation. Immer mehr Menschen im Westen suchen nicht nur körperliches, sondern auch geistiges Wohlbefinden. Durch die Praxis der Meditation soll ein Zustand vollkommener Gegenwärtigkeit erreicht und sogar letztlich das Physische transzendiert werden. Meditation ist der Schlüssel zu innerer Ausgeglichenheit und Lebensfreude. Wir können durch sie tiefere Einblicke in uns Selbst erhalten und uns immer besser kennenlernen. Wir sind es gewohnt ununterbrochen zu denken und unser Gedankenstrom bewegt sich ständig wie Wellen auf einen See. So erscheint es fast unmöglich in uns hineinzuspüren, weil der Wellengang zu stark ist. Wenn die Wellen ruhig sind, können wir tiefer hineinschauen und den Schatz am Grund des Sees erkennen.

Eine weitere Analogie wäre, sich Gedanken wie vorbeiziehende Wolken vorzustellen. Durch die machtvolle Technik der Meditation verschwinden diese und die Sonne hinter den Wolken kann durchscheinen. Beide, die Schatzkiste und die Sonne sind immer da und können jedoch durch den exzessiven inneren Dialog nicht geschaut werden. Meditation ist anfangs in der Hauptsache Reinigung: der See wird geklärt bzw. die Wolken lichten sich. Manche lassen den Tag nochmals Revue passieren oder zentrieren sich bewusst, um ihren Tag zu beginnen.

Jeder Augenblick in dem die Identifikation vom gegenwärtigen Gedankenstrom gelöst wird, ist ein heiliger Augenblick. Es kann erkannt werden, dass man nicht diese Gedanken ist und dass eine tiefere Ebene hinter den Gedanken existiert: die Ebene des reinen Bewusstseins.

Frage dich selbst: wer hat diese Gedanken? Diese Frage versetzt dich in eine Beobachterrolle und du kannst bewusst deinen Gedankenstrom von einer höheren Warte aus wahrnehmen und wie bei einem Film zuschauen. Unser innerer Film ist spannender als jedes Kino und die bewusste Innenschau erlaubt dir dann das größte Abenteuer im Leben eines Menschen zu erleben: die Reise zu dir Selbst.

Wissenschaftlich belegt ist, dass deine Gedächtnisleistung zunimmt, deine Wahrnehmung geschärft wird, du weniger abgelenkt bist und dich schneller nach Stresseinwirkung erholen kannst und dein allgemeines Anspannungsniveau niedriger ist. Meditiere und erfahre Ruhe, Klarheit und Frieden.

Vor allem ist es wichtig Meditation auszuprobieren, um sie zu erfahren und nicht nur über sie zu lesen.

Die folgenden praktischen Hinweise, die die grundlegenden Techniken und die Phasen der Meditation betreffen, sind vor allem für Anfänger gedacht, jedoch wird auch der erfahrene Meditierende sie nützlich finden.

1. Regelmäßigkeit in Zeit, Ort und Übung sind sehr wichtig. Regelmäßigkeit bringt den Geist dazu, seine Aktivitäten möglichst rasch zu verlangsamen. Es ist schwierig, den Geist zu konzentrieren, der sofort herumspringen will, sobald man sich hinsetzt. So wie ein konditionierter Reflex eine Reaktion auf einen wiederholten äußeren Stimulus ist, so wird sich der Geist rascher niederlassen, wenn Zeit und Ort zur Gewohnheit geworden sind.

2. Die besten Zeiten sind der frühe Morgen und die Abenddämmerung In den stillen Stunden nach dem Schlaf ist der Geist klar und noch nicht bewegt von den Aktivitäten des Tages. Erfrischt kann Konzentration so mühelos kommen. Vor dem zu Bett gehen ist Meditation ebenfalls sehr wirkungsvoll, um mit dem Tag abzuschließen und die Qualität des Schlafes zu vergrößern.
3. Versuche, einen eigenen Raum für die Meditation zu haben. Wenn das nicht möglich ist, grenze einen Teil des Raumes ab und gestattet es anderen nicht, diesen Bereich zu betreten. Dieser Bereich sollte nur zur Meditation verwendet und von anderen Schwingungen und Assoziationen freigehalten werden. Durch die wiederholte Meditation, wird sich in dem Raum eine starke Schwingung aufbauen. Nach einiger Zeit werden der Friede und die Reinheit der Atmosphäre spürbar und er wird eine magnetische Ausstrahlung haben. In Zeiten großer Belastung kann man sich sogar ohne zu meditieren in diesen Raum setzen und Trost und Erleichterung erfahren.

4. Sitze in einer bequemen, festen Stellung, Wirbelsäule und Hals aufrecht, aber nicht angespannt. Das hilft, den Geist fest zu machen und fördert die Konzentration. Es ist nicht notwendig, die Beine in die klassische Lotusstellung zu bringen. Jeder Sitz mit gekreuzten Beinen, Fersensitz oder eine Sitzposition auf einem Stuhl erfüllt seinen Zweck. Ein Sitz bildet eine feste Basis für den Körper und lässt die Energie Innen. Dies führt dazu, dass der Metabolismus, die Gehirnwellen und Atmung sich verlangsamen, wenn die Konzentration tiefer wird.

5. Vor dem Beginn kannst du dem Geist und dem Körper die Anweisung gegeben, für eine bestimmte Zeit ruhig zu bleiben. Dies fördert die Achtsamkeit und den Fokus.
6. Reguliere bewusst den Atem. Beginne mit fünf Minuten tiefer Bauchatmung, um dich zu zentrieren.

7. Den Atem rhythmisch halten: 3-4 Sekunden einatmen, 3-4 Sekunden ausatmen. Das Regulieren des Atems reguliert auch den Fluss des Pranas, der Lebensenergie. Wenn ein Mantra verwendet wird, sollte es mit dem Atem koordiniert werden.

8. Zuerst wird dem Geist erlaubt herumzuwandern. Er wird herumspringen, aber schließlich immer konzentrierter werden, zusammen mit der Konzentration des Pranas.

9. Der Geist darf nicht zum Ruhigsein gezwungen werden. Das würde nur zusätzliche Gedankenwellen, die die Meditation behindern, hervorrufen. Wenn der Geist ständig weiterwandert, löse man sich einfach von ihm und beobachte ihn, als handle es sich um einen Film. Er wird sich allmählich verlangsamen.

10. Wähle einen Konzentrationspunkt, wo sich der Geist dran festhalten kann. Du kannst deinen Atem beobachten, positive Wörter wie „Frieden“ oder „Harmonie“ mit deiner Atmung kombiniert wiederholen, dich auf dein Nabelzentrum oder Herz konzentrieren oder körperliche Empfindungen wie Wärme, Pulsieren etc. wahrnehmen.
11. Konzentriere Dich auf ein neutrales oder erhebendes Objekt oder Symbol, dessen Bild im Konzentrationspunkt festgehalten wird. Wenn ein Mantra verwendet wird, bringe es mit dem Atem in Einklang. Wer kein persönliches Mantra hat, kann OM oder auch deutsche Wörter (vielleicht eine Eigenschaft, die du stärken möchtest) verwenden. Wiederholen im Geist ist stärker, aber das Mantra kann auch laut wiederholt werden, wenn man zu dösen beginnt.
12. Wiederholung eines Mantras führt zum reinen Gedanken, in dem Klangschwingung und Gedankenschwingung verschmelzen und man sich der Bedeutung nicht mehr bewusst ist. Das ist ein subtiler Zustand von transzendenter Wonne mit Dualität, wo noch das Bewusstsein von Subjekt und Objekt besteht.

Nach langem Üben verschwindet die Dualität und man einen überbewussten Zustand (Samadhi). In Samadhi ruht man in einem Zustand der Wonne, in dem der Wissende, das Wissen und das Objekt des Wissens eins werden. Dies ist das Ziel der Meditation. Beginne die Meditationspraxis mit einer Dauer von zwanzig Minuten (als Anfänger reichen auch 3-5 Minuten) und steigere sie auf eine Stunde. Regelmäßigkeit ist der Schlüssel.

Ich hoffe ich konnte dir helfen zu begreifen, was Meditation ist.

Viel Freude bei deiner täglichen Praxis!

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